Studio ECK und der Bürgerfunk

Was ist Bürgerfunk?

Seit es den Lokalen Rundfunk in NRW gibt (erste Sendung am 1. April 1990) bietet sich Bürgerinnen und Bürgern ein neues Forum für die Verbreitung von Neuigkeiten und die Diskussion von Ideen: der "Bürgerfunk". Hier haben, so will es das Gesetz, die "gesellschaftlich relevanten Gruppen" das Wort - Radio als unterhaltendes und informatives Medium, um Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen.

44 lokale Radiostationen strahlen derzeit in Nordrhein-Westfalen ihre Programme aus. Jede dieser Stationen ist laut Landesmediengesetz dazu verpflichtet, Sendezeit als freie Sendefläche für selbstproduzierte Programmbeiträge von Bürgergruppen bereitzustellen. Die Gruppen sind für Form und Inhalt ihrer Sendungen selbst verantwortlich. Mit der Integration eines offenen und zugangsfreien Programms in ein professionelles Medium wie dem Lokalradio ist der Bürgerfunk ein einzigartiges Modell für die Bürgerbeteiligung an Medien in der Bundesrepublik.

Da Einzelpersonen und kleine Gruppen nur eine geringe Chance haben, selbst eine Sendung zu produzieren und auf den Sender zu bringen, gibt es verschiedene Fördervereine bzw. Radiowerkstätten, die dabei helfen. Zu ihnen gehört Studio ECK e. V.

Was ist Studio ECK?

Seit 1992 gibt es den Förderverein Studio ECK e.V., das Studio Evangelischer Christen Kölns. Seine vorrangige Aufgabe ist es, evangelischen Gemeinden und Initiativen, gleichwie anderen interessierten Gruppen bei Planung und Fertigstellung von Radiosendungen für den Bürgerfunk mit Fachkräften und guter technischer Ausstattung tatkräftig auf den Sender zu helfen. Etwa 30 evangelische Gemeinden und Einrichtungen in und um Köln sind derzeit Mitglied beim Studio ECK e.V., das seinen Sitz mit eigenem Studio im Kölner MediaPark hat. Ein Stamm von 20 freien Radiojournalisten und -journalistinnen unterstützt interessierte Gruppen und Personen bei der Produktion. Dazu gehören unsere Gemeinden, aber natürlich auch die Menschen darin: Kirchgänger, Presbyter, Jugend- und Seniorengruppen, Kindergarteneltern, Konfirmanden und Religionsklassen, Grüne Damen, Chöre mit Posaunen und ohne, Kinder aus Kinderheimen, Obdachlose und ihre Betreuer, Sie und ich, und ...

Wie alles anfing

1989, als sich das Landesrundfunkgesetz NRW bis in die Entscheidungsgremien des Evangelischen Stadtkirchenverbandes Köln hinein auszuwirken begann, wurde ein Referat für Lokalfunk bei der dortigen Pressestelle eingerichtet. 1990 war ein Studio im Haus der Evangelischen Kirche installiert und erste Vorproduktionen für den baldigen Sendestart von RADIO KÖLN warteten auf ihre Ausstrahlung. Der Sendestart von RADIO KÖLN erfolgte im Mai des Jahres 1992. So sendete die Evangelische Radiowerkstatt samstags früh zur besten Sendezeit, vor neun Uhr.

In der Startphase

Am 28. April 1992 erhält die Satzung des neu gegründeten Fördervereins Studio ECK e.V., Studio Evangelischer Christen Köln, die Beurkundung. Am 20. August begrüßt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Uwe Kessler die ersten 20 Vereinsmitglieder in Gestalt der Kirchengemeinden. Seit dem 1. November 1992 sendet auch RADIO ERFT, und sowohl in der Veranstaltergemeinschaft als auch in der Sendezeit des Bürgerfunks ist der evangelische Stadtkirchenverband vertreten. Am 3. November findet unter der Leitung des Gründungsvorsitzenden Heinz Aubel die erste Vollversammlung im Refektorium vom Haus der Evangelischen Kirche statt. Wie seither üblich gibt es dabei einen öffentlichen Teil mit einem Vortrag von Klaus Möllering, Pfarrer beim WDR-Beauftragten zu "Chancen medialer Gemeindearbeit".

1993 wechselt die Geschäftsstelle ihren Sitz. Leonore Kampe, bisher als Referentin für Lokalfunk zuständig für die Realisierung des evangelischen Bürgerfunks, nimmt diese Aufgabe zukünftig als Studienleiterin bei der Melanchthon-Akademie wahr.
1996 erfolgt ein erneuter Adresswechsel. Diesmal übersiedelt die Geschäftsstelle mit dem Tonstudio ins KOMED, das Kommunikations- und Medienzentrum im Kölner MediaPark, in dem die Melanchthon-Akademie seither mit dem Fachbereich Kommunikation und Medien die Radiowerkstatt betreibt und ein Erwachsenenbildungsprogramm anbietet.
1997 startet StudioECK seine Internetpräsenz.
1998 Eine Umstrukturierung erfolgt: Leonore Kampe bleibt verantwortlich für die Geschäftsführung und für die Koordinationsaufgaben in der Kölner ArGe. Edda Moers, seit 1994 Mitarbeiterin im Fachbereich der Melanchthon-Akademie, betreut organisatorisch die Arbeit in der Radiowerkstatt.
1999 übernimmt Joachim Ziefle die Leitung der Redaktion von Studio ECK. Für den Kirchenkreis Köln Süd arbeitet die Pfarrerin Gerlinde Anders dem Bürgerfunk von RADIO ERFT zu.

Projekte prägen Studio ECK

Seit 1998 werden bei Studio ECK regelmäßig Projekte durchgeführt. Sie sind neben den laufenden Bürgerfunksendungen ein wesentlicher Bestandteil der pädagogischen und redaktionellen Arbeit. Näheres hierzu siehe unter „Projekte“.